Monday, February 8. 2010
Morgens um zwanzig nach Sechs erstmal einen Liter Wein aus dem Tetrapak. Für einen belebenden Start in den Tag.
(Nein, nicht für mich. Ich gehe jetzt schlafen.)
Ich habe die angenehm ruhige Nacht unter anderem mal dazu genutzt, die Zotter Ostersorten im Onlineshop freizuschalten.
Anruf eines Kunden, der seine Handschuhe an der Kasse vergessen hatte und darum bat, dass diese sicher verwahrt werden. " Klar, kein Problem." sagte ich. " Ich bringe die ins Büro, da kommen sie nicht weg."
" Danke. Ich hole sie dann morgen Nachmittag raus."
" Morgen? Oder heute? Also Dienstag oder Montag?"
" Äh... Ach, ja, heute. Wir haben ja schon Montag."
Ja, das ist der Preis für Nachtschichten: Man kommt mitunter sehr mit den Wochentagen und vor allem den Begriffen "heute" und "morgen" durcheinander. Die Thematik habe ich ja hier schon häufiger angesprochen.
Saturday, February 6. 2010
· Zwei Leuten, die hier wegen begangener Ladendiebstähle Hausverbot haben, eine eindringliche Gedächtnisauffrischung verpasst. Nicht ohne mühsame Diskussion über das ob und wieso. Mit der Androhung, beim nächsten Verstoß die Polizei zu holen, Erfolg gehabt.
· Etlichen Gruppen hinterhergeguckt und jeden Schritt und Tritt beobachtet. Erstaunlich, warum junge Heranwachsende, wenn sie in Gruppen von mehr als zwei Personen auftreten, alles angrabbeln und wieder in die Regale werfen müssen. Das kenne ich eigentlich von Vierjährigen.
· Drei Artikel aus dem veganen Sortiment endgültig aus dem Sortiment verbannt. Echt frustrierend, dass ein Großteil der eigentlichen Zielgruppe nicht bereit ist, für die Ware Geld zu bezahlen. (Siehe Blogeintrag von heute Nachmittag.)
· Beschlossen, nicht mehr gegen 23 Uhr essen zu wollen. Nicht zum ersten Mal, dass mir wegen der Aufregung aufgrund möglicher Ladendiebe oder pöbelnder Horden das Essen quer im Magen liegt.
· Gute Nacht.
Maik hat mir dieses Foto eines SPAR-LKWs geschickt. Ist ja hierzulande ein selter Anblick geworden. In Österreich, wie auf diesem Foto, gehören sie natürlich noch zum Alltag.
Ich finde die SPAR-Trucks immer sehr edel. Komplett weiß und dann mit dem roten SPAR-Balken an der Seite.
Hier in der Gegend gibt es eine Riesen-WG, die sehr "alternativ" ist, zeitweise sogar "Pro Ladendiebstahl – Kampf dem Kapitalismus" an ihren Fenstern auf Plakaten propagiert hat. Nun, ja. Relativ. Sie haben nicht nur Ladendiebstahl propagiert, sondern auch praktiziert; bzw. praktizieren ihn heute noch.
Besonders beliebt sind die in "szenekreisen" bevorzugten Lebensmittel, also aus ökologischer Erzeugung und vor allem auch Fleischersatzprodukte aus Soja oder Weizeneiweiß.
Gestern Abend waren zwei Personen hier, haben mehrere Produkte aus ihren Karton-Umverpackungen befreit, eingesteckt – und natürlich nicht bezahlt. Aber die werden wiederkommen, da bin ich sicher. Und wir werden sie erkennen, denn die Videoanlage hat 1A-Bilder von den beiden geliefert.
Mit der Tagespost trudelte hier eben auch eine Initiativbewerbung einer jungen Frau ein.
Ich glaube, sie sucht einen Ausbildungsplatz – allerdings könnte das auch ein übriggebliebener Textbaustein gewesen sein, denn an anderer Stelle sucht sie nur einen Arbeitsplatz, bzw. Teilzeitjob.
Gut, das Eselsohr könnte auch beim Einfädeln in den Briefumschlag passiert sein können. Die Gesamterscheinung der Bewerbung, inklusive der Formulierungen und teilweise sehr offensichtlichen Fehler, motiviert aber nicht wirklich dazu, die Bewerberin einfach mal einzuladen, um festzustellen, ob sie nicht vielleicht doch eine interessante Bereicherung für das Team wäre.
Unser Warenwirtschaftssystem bietet immer wieder kuriose Fundstücke. Wer hat denn wohl mal irgendwann den Salakis-Schafkäse als "Scha rfkäse" eingepflegt?
Friday, February 5. 2010
Ein ziemlich heruntergekommener Typ stand mit einem leeren Rucksack in der Hand in der Getränkeabteilung und sah sich immer und immer wieder nervös um. Mehr als auffällig.
Plötzlich steckte er sich zwei Viererpacks Red Bull in den Rucksack und verschloss diesen wieder. Das war schon sehr eindeutig. Ich positionierte mich in Zivilbekleidung vor der Ausgangstür und wartete auf den Mann mit dem Rucksack. In dem Moment, in dem er durch die Kasse gehen wollte, kam ich dazu, aber er zeigte bereits seinen leeren Rucksack vor.
Ähm..? Also da, wo sie hingehörten, standen die Dosen nicht wieder. Aber wo dann. Es stellte sich heraus, dass er die beiden Packungen zwischendurch wieder ausgepackt und an der erstbesten Stelle stehengelassen hat. Angeblich hat er gemerkt, dass er nicht genug Geld dabei hat. So'n Käse.
Um die Anzeige ist er herumgekommen, aber mit dem Hausverbot muss er leben. "Warum das denn?", wollte er wissen. Ganz einfach: "Ich traue Ihnen nicht."
Holger hat mich auf dieses Bild hingewiesen, das mir vor einiger Zeit schon einmal irgendwo im Web begegnet ist, Offenbar scheint es auch verschiedene Auslegungen dieser Werbung für Meeresfrüchte in künstlichen Muscheln zu geben: In einem Blog hieß es, dass das Werbung für ein Fischrestaurant namens "Spar" sei, andererseits (und das glaube ich eher) soll das Werbung für die exzellente Auswahl bei SPAR sein. Das würde auch das Logo auf dem Blatt erklären. (Andererseits nimmt es ja in manchen Gegenden nicht so genau mit der Verwendung fremder Marken...)
Die Idee ist auf jeden Fall genial.
Ist das nun dreist oder nett? Ein junger Mann stellte sich als Mitarbeiters eines Mitbewerbers vor und erkundigte sich, ob er hier einen Preisspiegel erheben darf. Es ging ihm dabei vor allem um die Preise in meiner Getränkeabteilung.
Im ersten Moment denkt man natürlich, ob das ein Witz sein soll und überlegt, wie man diese Person am schnellsten nettesten vor die Tür bekommt.
Aber, mal ganz ehrlich, was sollte das bringen? Wenn ich unbedingt die Preise meiner Konkurrenz haben will, gehe ich als "Kunde" getarnt in den Laden und notiere oder fotografiere unauffällig oder spreche die Informationen in mein Diktiergerät. Und nun? Also habe ich ihn gewähren lassen. Die Preise, die hier im Laden aushängen, sind ja nun auch kein Geschäftsgeheimnis.
Inzwischen haben wir die Ostersüßwaren auch aufgebaut und mit Preisen versehen. Wer das Gefühl hat, dass es auf dem Bild nach relativ wenig Ware aussieht, der täuscht sich nicht.
Auch wenn der Gründonnerstag immer als der umssatzstärkste Tag im Jahr angepriesen wird, was er bei mir defnitiv nicht ist, hält die Süßwaren-Materialschlacht rund um das Osterfest hier im Laden doch in recht überschaubaren Grenzen.
Auf besagte Löffel-Eier, kleine Marzipan-Eier (als Pendant zu Marzipankartoffeln) und Schokoladenhasen richtet sich diesmal unser Augenmerk.
Heute ist es genau zwei Wochen her, dass der Handwerker hier war und sich meinen Markt angesehen und die notwendigen Maße für die Rasterdecke ermittelt hat.
Wie lange dauert es denn wohl in etwa, so ein Angebot zu berechnen? Dass viele Handwerker es oftmals nicht nötig oder sogar keine Lust haben, sich mit Klein(st)aufträgen bis 250 Euro "abzugeben", ist mir mittlerweile auch klargeworden. Aber bei der Decke hätte ich es sich um einen Auftrag in Höhe von mehreren bis vielleicht sogar über 10.000 Euro gehandelt.
Ich hätte mal doch einfach sämtliche Trockenbauer aus dem Branchenbuch herbestellen sollen. Dann hätte ich jetzt vielleicht wenigstens schon zwei Angebote, die ich miteinander vergleichen könnte.
Die Milka 300g-Großtafeln kennen wahrscheinlich die meisten. In letzter Zeit sind ein paar neue Sorten hinzugekommen, "White & Rice", "Choco & Rice" und "Choc'n Choc". Diese Tafeln sind zwar genauso groß wie die 300g-Tafeln, wiegen aber nur 200 Gramm. Gut, bei den mit Puffreis gefüllten Sorten kann man das verstehen, bei der "Choc'n Choc" mit Keksstücken meinetwegen auch noch – aber warum sind die Tafeln dann nicht wenigstens auch deutlich günstiger als die herkömmlichen 300g-Sorten? Gerade Puffreis ist ja nicht unbedingt die teuerste Zutat.
Ich will jetzt nicht die große "Mogelpackung"-Keule auspacken, aber kritisch sehe ich diese Produkte schon.
Raphael hat mir auch ein Foto eines SPAR-Marktes zukommen lassen. Dazu schreibt er: Hallo Björn,
auf meiner Reise über Bornholm nach Schweden entdeckte ich in einem kleinen Ort auf Bornholm bei einer Fahrradtour diesen SPAR-Markt.
Als Stammleser dachte ich natürlich sofort an Dich und schoss das nachfolgende Bild.
Ich würde mich sehr freuen, wenn neben diesem SPAR-Markt aus aller Welt auch mein Blog bei Dir Erwähnung fände.
Zu finden unter http://getstil.de/blog. Das ist mein Schülerleben. Zur Schulzeit eigentlich tägliche Stories und Gedanken aus der Schule, zur Ferienzeit wie jetzt natürlich etwas weniger. Danke und Bitte!
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