Saturday, May 12. 2012
Konrad hatte eine Frage bezüglich der Gewinnspannen im Lebensmitteleinzelhandel: Ich hoffe ich habe zu diesem Thema bei dir im Blog keinen Beitrag überlesen, aber mich würden generell mal die Margen für Lebensmittel, Getränke und alkoholische Getränke (Wein, Spirituosen) interessieren.
Ich weiß, dass man da keine pauschale Antwort geben kann (Eigenmarken, große Marken, Mengenrabatt etc) aber mich würde mal ein Anhaltspunkt interessieren, in welcher Größenordnung sich die Margen für
- Lebensmittel allgemein (alles was abgepackt im Supermarkt ankommt)
- Getränke (Coca Cola, Säfte)
- Bier
- Wein
- Spirituosen
bewegen. Ich könnte mir vorstellen, dass gerade bei Spirituosen die Margen sehr gering sind, weil der Verkauf fast ausschließlich über die Marke erfolgt und es im Prinzip keine Eigenmarken etc. gibt
Mir geht es hierbei übrigens nicht um deine Gewinnmarge, sondern lediglich um den prozentualen Aufschlag auf den Einkaufspreis zur Bildung des Endpreises. Über eine Antwort oder einen Blogbeitrag dazu würde ich mich sehr freuen. Details kann ich hier aus verschiedenen Gründen nicht nennen. Wie vermutet sind die Spannen auf den immer wieder hart beworbenen Marken, vor allem Spirituosen, Kaffee, Körperpflegeprodukte, Waschmittel und Grundnahrungsmittel in der Regel recht besch…eiden.
Ansonsten sind die Preise je nach nach Geschäft ganz unterschiedlich kalkuliert. Ein kleiner Bioladen muss ganz anders kalkulieren (teilweise mit bis zu 100% Aufschlag) als wir großen "größeren" es können. Das normale Sortiment kaufen wir wiederum deutlich günstiger ein, als viele andere Läden ohne Zugehörigkeit zu irgendeiner Kette / Genossenschaft usw. es können. Es snd schon einige Faktoren, die den Preis bestimmen. Dazu gehört z.B. auch der übliche Marktpreis. Was nützt einem die tolle Kalkulation, wenn die Kunden einem für den aufgedruckten Preis den Vogel zeigen?
Im Allgemeinen liegen die Spannen hier bei mir irgendwo im Bereich zwischen 0 und 80%, je nach Warengruppe und Hersteller. Das pauschal für einen kompletten Supermarkt anzugeben, ist im Grunde unmöglich. Bei mir hier kommt's schließlich auf eine Mischkalkulation mit etwa 22 Prozent Rohertrag heraus.
Das war jetzt der Versuch, eine wirklich komplexe und recht tiefgehende Frage irgendwie zu beantworten…
Friday, May 4. 2012
Mehdi hat mir geschrieben: Hallo Björn,
Ich war heute im "Treff 3000" (gehört zur "E" Südwest) und wollte eine Flasche abgeben die war aus dem PETCYCLE System aber ohne Etikett. Die Einwegpfand Annahme erfolgte per Hand. Während eine Coke-Dose die zerquetscht ist angenommen wird, ist die Flasche ohne Etikett Chanchenlos an der Kasse. Ich hab der Verkäuferin versucht zu Erklären das ich die Flasche aus dem Laden gekauft hab, in einem Kasten, aber die blockte nur ab und meinte "der Automat muss es erkennen!" Doch WELCHER Automat? Hier ist nur einer für Mehrweg und PETCYCLE-EW-Kisten. Die meinte dann noch frech das da kein Pfand mehr drauf wäre. Ich kam auch auf die Idee die Flasche in einen leeren Rahmen zu stecken, aber ich hab dies dann doch gelassen.
Wir wird dies denn bei dir gehandhabt, wenn ein Kunde mit einer PETCYCLE Flasche OHNE Etikett ankommt?
Zahlst du das Pfand dann manuell aus oder gibt's dann gar kein Pfand? Vorweg: Selbst wenn in dem "Treff 3000"-Markt kein Automat vorhanden sein sollte, werden die Einwegflaschen zu einer Zählanlage geschickt und laufen dort durch die maschinelle Zählung. Unlesbare Etiketten sollen angeblich manuell nacherfasst werden, aber wir haben damals nicht unerhebliche Differenzen gehabt (pro Sack teilweise 10% zu wenig) und das war unter anderem einer der Gründe für die Anschaffung meines Leergutautomaten.
Das Problem mit beschädigten oder nicht vorhandenen Pfandetiketten taucht hier auch immer wieder auf. Solange ein Etikett vorhanden ist, selbst bei nur noch schwer auszumachendem Logo, nehmen wir die Flaschen und Dosen an. Fehlen die Etiketten komplett, wird's allerdings tatsächlich schwierig, da man anhand der Flaschenform definitiv nicht entscheiden kann, ob bepfandet oder nicht. Und selbst das alte Petcycle-Erkennungszeichen, der achteckige "Neckring", der breite Rand unter dem Flaschenverschluss, habe ich auch schon an anderen (teilweise ausländischen) Flaschen gesehen.
Petcycle-Flaschen werden in Mehrwegrahmen ausgeliefert. Einzeln abgegeben kommen die Flaschen in den Schredder, als Kiste abgegeben kommen sie zunächst so wie sie sind zum Großhändler zurück. Mein Tipp dazu: Wenn bei einer oder mehreren Petcycle-Flaschen die Etiketten abgefallen oder beschädigt worden sind, einfach als komplettes Gebinde (also mit dem Rahmen) abgeben. Funtioniert immer!
Friday, April 27. 2012
Mehdi hat eine Frage zum Thema Pfand: Ich war heute beim Netto und der Automat war kaputt (TOMRA), hatte zuvor eine Dose von denen gekauft, die war dann leer.
Die Verkäuferin meinte aber das sie dies nicht nehmen darf, wegen der Zentrale und so. Aber es war nur die Sortiereinheit die nicht wollte. Das haben die Mitarbeiter nicht gecheckt. Nebendran war eine Leergutkasse, ich habe zu ihr gesagt das sie es doch manuell annehmen kann und dann durch den Automaten.
Wie handhabst du das, und darf ein Supermarkt die Annahme verweigern?
Das würde mich sehr interessieren. Pauschal darf die Annahme eigentlich nicht verweigert werden, wenn Einwegverpackungen der gleichen Art (also Dosen, PET-Flaschen oder auch Glasflaschen) in dem Laden verkauft werden. Wie weit es Ausnahmeregelungen gibt, z.B. bei technischen Defekten, ist mir nicht bekannt. Allerdings würde selbst dann im Grunde immer die Möglichkeit bestehen, die leeren Gebinde manuell, z.B. mit der genannten Leergutkasse, anzunehmen und später zur Entwertung und Gutschrift durch den Automaten laufen zu lassen. Das ist nämlich exakt die Methode, mit der wir hier arbeiten. Da haben die Einzelhändler zwar (etwas) mehr Arbeit von, aber der Kunde ist zufrieden.
Aber Harddiscounter und Kundenservice sind ja bekanntermaßen so eine Sache für sich, bei der Welten aufeinanderprallen…
Tuesday, April 24. 2012
Alexander hatte eine Frage: http://www.nurbilder.com/bild_34992.html
Mich würde interessieren; Wie wird so ein Schaden eigentlich verbucht!? Gibt es für so etwas eine Versicherung oder wird das einfach "abgeschrieben"!? Kommt auf den Verursacher an. Wenn man Glück hat, findet man jemanden der dafür geradesteht. Oder zumindest dessen Versicherung.
Solche Schäden bezahlt nur einer: Ich.
Monday, April 23. 2012
Kam gerade per E-Mail: Hallo,
momentan bin ich Schülerin der Fachoberschule […] und wir haben die Aufgabe, einen Kurzfilm zu drehen.
Für meinen Kurzfilm würde ich gerne ein paar Szenen in einem Supermarkt drehen.
Bislang habe ich von den Märkten in meiner Umgebung leider nur Antworten wie "Eher nicht. Und wenn müsste das erst die Regionalleitung in Timbuktu erlauben." bekommen und wollte euch fragen ob das bei euch möglich wäre? "Eher nicht" und die ständigen Nachfragen bei irgendwelchen Vor(vor, vor, vor)gesetzten sind es, die Leute immer wieder zu mir bringen, wenn für irgendwelche Aktionen ein Supermarkt benötigt wird. Hier in der Gastfeldstraße ist schon so viel (positiver) Quatsch entstanden, für den sich andere Läden niemals hergeben würden. Ich find's toll und natürlich darf sie hier mit der Kamera herkommen.
Tuesday, April 3. 2012
Jonas hatte ein paar Fragen zur Ausbildung bei mir: […]
Werden Sie dieses Jahr in Ihren Märkten Ausbildungsplätze anbieten? Wenn Ja, wie sind da Ihre Kriterien bei der Auswahl neuer Mitarbeiter bzw. Auszubildenen? Schauen Sie konsequent nur nach Zeugnissen und Noten oder spielen noch andere Kriterien eine Rolle? Aktuell beschäftige ich einen Auszubildenden. Zu Spitzenzeiten hatte ich mal drei Lehrlinge gleichzeitig, aber das möchte ich nun aus organisatorischen Gründen nicht mehr machen.
Die Auswahl der neuen Azubis hat bisher noch nie nach dem "klassischen" Schema stattgefunden. Ausschreibung, Bewerbungen, ggf. Einstellungstest – das alles gab es hier zumindest für den "Nachwuchs" noch nie. Stattdessen kamen sämtliche meiner Azubis aus dem eigenen Haus. Im Grunde haben es in den ganzen Jahren vor allem Aushilfen, teilweise Schüler und/oder Abiturienten, die hier vorher gejobbt haben und die ich folglich inkl. ihrer Arbeitsweise und -Leistung kannte, zum "Stift" gebracht.
Mein Fazit daraus: Eine sehr erfolgreiche Methode, die sich in den vielen Jahren sehr bewährt hat. Dadurch ergibt sich aber auch, dass Initiativbewerbungen von Ausbildungsplatzsuchenden hier auf relativ taube Ohren stoßen.
Saturday, March 24. 2012
Adrian hat mir geschrieben: Hi,
ich hatte in einem Supermarkt gerade jemanden vor mit der mit 3 Händen voll Kleinstgeld bezahlt hat - dass das unverschämt ist wenn zig Leute anstehen ist ja wohl klar. Laut der Verkäuferin bei der sich so ziemlich jeder der das gesehen hat beschwert hat müssen müssen sie das Geld allerdings annehmen (inkl. nervig langem Abzählen). Ist das wirklich so oder könnte ein Verkäufer da durchaus sagen dass der Kunde mit angemessenem Geld bezahlen soll oder die Waren doch gefälligst zurück ins Regal stellt und verschwindet? Wenn die Kassiererin das Kleingeld auch in solchen Mengen annehmen muss, dürfte das eine firmeninterne Arbeitsanweisung sein.
Generell muss man als Händler überhaupt kein Kleingeld annehmen. Man muss auch keine Banknoten annehmen, große Banknoten werden von Tankstellen ja schon lange verweigert. Zur Akzeptanz von Scheck- und Kreditkarten kann man auch niemanden zwingen. Eigentlich braucht der Händler auch gar nichts zu verkaufen, der Kaufvertrag kommt ja erst zustande, wenn beide Seiten einwilligen. Soll er doch sein Geschäft gleich schließen, wenn er das Geld der Kunden nicht will…
Dass mit dem Kleingeld ist natürlich so eine Sache. Bei größeren Mengen ist es dann die Gratwanderung zwischen der Entscheidung, einen einzelnen Kunden zu verärgern, der sein Kleingeld nicht loswerden kann, oder sich den Missmut der dahinter wartenden restlichen Kunden einzufangen.
Wir machen das hier so: Größere Kleingeldmengen lassen wir die Kunden in ein Zählbrett zählen und wechseln dann. Und zwar nicht an der Kasse, so dass es auch nicht zu Verzögerungen kommt. Ganz einfach.
Thursday, March 15. 2012
Martin wollte etwas wissen: Hallo Björn,
ich habe gerade auf den Kassenzettel von Rewe geschaut und dort sind die Artikelgruppen nach den Mehrwertsteuersätzen von 7% und 19% aufgeschlüsselt. Der Pfand von meinem Bier ist mit dem 19% angegeben. Das wundert mich nun aber sehr. Denn ich bezahle 8 Cent Pfand und bekomme 8 Cent Pfand wieder. Bezahlt Rewe trotzdem für die 8 Cent Pfand 19% an den Staat? Genau so sieht das aus!
Theoretisch ist die Sache mit der Mehrwertsteuer auf die Pfandbeträge eine Rechnung ohne Gewinn und Verlust: Der Einzelhändler zahlt an den Großhändler den Pfandbetrag + MwSt., bekommt vom Kunden aber nur den reinen Pfandbetrag beim Einkauf. Bei der Rückgabe des Leerguts bekommt der Kunde auch wieder nur den reinen Pfandbetrag ausbezahlt, also in diesem Fall 8 Cent, aber der Händler bekommt von Großhändler bei der Rückgabe wieder die Mehwertsteuer drauf.
Praktisch wird der Anteil an aus- und eingehendem Leergut bei kaum einem Laden gleich groß sein. Wir nehmen hier in der Gastfeldstraße z.B. ca. 30% mehr Leergut an, als wir an Vollgut herausgeben!
Nein, von der Differenz wird man nicht reich.
Thursday, February 23. 2012
Blogolade hat mir geschrieben: Hallo Björn,
heute stand ich an der Lidlkasse und ein Kunde vor mir wollte Feuerzeuge kaufen. *möööp* machte die Kasse, die Kassiererin probierte es noch 2-3 Mal dann sagte sie lapidar "Tut mir Leid, die Kasse nimmt das nicht, ich kann Ihnen die Feuerzeuge nicht verkaufen" etwas später hatte der selbe Kunde noch mehrere Packungen Zigaretten auf dem Band. Wieder piepste die Kasse und nix ging. Wieder 2-3 Versuche dann zuckte die Kassiererin mit den Schultern und sagte wieder "Tut mir Leid, ich kann Ihnen die Zigaretten nicht verkaufen"
Kann sie die Preise nicht über eine Warengruppe einbuchen, so wie es anderswo üblich ist, falls ein EAN nicht geht? Und warum rief sie nicht den Marktleiter dazu?
Fragen über Fragen... Ich kenne die Lidl-Kassen nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es überhaupt nicht möglich ist, Artikel über den Preis zu erfassen. Liest hier jemand von Lidl mit, der/die dazu etwas sagen könnte?
Andererseits – bei den Harddiscountern voller Planwirtschaft und vollständiger Personalkontrolle würde es mich auch nicht wundern, wenn so eine Option zum "unkontrollierten Verkauf" tatsächlich ausgeschlossen wäre.
Wednesday, February 22. 2012
Martin hat mir geschrieben: Als ich letztens bei Netto war hatte ich der Kassiererin gesagt, dass Sie ja ganz schön fix ist. War eigentlich als Lob gedacht. Daraufhin sagte Sie mir etwas schräg/unfreundlich, dass sie eine Vorgabe haben wie viele Artikel sie pro Minute über die Kasse zu ziehen haben.
Ist sowas im Lebensmitteleinzelhandel üblich? Ich bin ja der Meinung jemand der kassiert und eine lange Schlange sieht, macht schon von sich aus so schnell er halt kann. Mir sind solche Vorgaben bekannt, aber bei mir in den Märkten gib es sowas (natürlich) nicht.
Die Reaktion der Kassiererin bei Netto interpretiere ich so, dass ihr diese Zeitvorgabe ziemlich im Nacken sitzt und allgegenwärtig ist. Natürlich sollen die Kunden an der Kasse zügig abgefertigt werden. Aber wenn aus diesem Druck heraus Freundlichkeit und der allgemeine Umgang mit Kunden zu kurz kommen (oder gar nicht mehr vorhanden sind), läuft doch irgendetwas schief, oder?
Naja, Netto eben. Lass Dich überraschen!
Wednesday, February 1. 2012
Arne hat mir folgende E-Mail geschrieben: Ich trinke, seitdem ich Ihn für mich entdeckt habe, nur noch den Café Intención ecológico von Darboven.
Nun kostet ein Paket (500g) gemahlener Kaffee ca. 5,80€ (glaube ich) bei meinem Rewe. Denselben Kaffe gibt es dort auch im 1kg-Paket als ganze Bohne, dieser kostet ca. 13,60€. Woher kommt dieser Mehrpreis für die ganze Bohne? Eigentlich sollte dieser doch noch günstiger sein. Auch im Internet habe ich dieselben Verhältnisse gefunden, ganz davon abgesehen, dass die Preise erheblich höher waren als im Einzelhandel.
Hast du da eine Begründung für? Bei Darboven habe ich schon angerufen, die meinten nur, dass sie zu den Marktpreisen keine Stellung nehmen können, da sie mit diesen nichts zu tun hätten. Also zumindest keine Produktions-/Verpackungstechnischen Unterschiede bestehen, die diese Preisdifferenz verursachen könnten. Meine spontane Vermutung war, dass die 1kg-Packung nicht im harten Kaffeepreiskampf steht und daher normal kalkuliert ist. Irgendwie will mir die Idee aber nicht so richtig gefallen, da zum einen die von Arne festgestellte Unstimmigkeit auftreten würde und dieser Kaffee außerdem nun nicht gerade zu den hart beworbenen Top-Sorten gehört und/oder bei den Discountern verramscht wird.
Es könnte natürlich auch sein, dass die Preise im genannten Markt einfach nur zufällig so eine seltsame Abweichung aufweisen, schon länger nicht mehr gepflegt wurden oder schlicht und einfach irgendwann mal versehentlich falsch im Warenwirtschaftssystem eingegeben worden sind.
Der Kaffee kostet bei mir aktuell 6,99€ und das ist vermutlich ein relativ markttauglicher Preis, da ich mich an den Vorgaben/Empfehlungen der EDEKA orientiere.
Hat sonst noch jemand eine Idee dazu?
Wednesday, November 9. 2011
In Diskussionen rund um die Themen Vegetarismus und Veganismus, wird von den "Gegnern" oft damit argumentiert und teilweise auch provoziert, dass die Anhänger eben jener Ernährungsweisen zwar kein Fleisch essen wollen, die Produkte nach Möglichkeit aber genauso aussehen (und schmecken sollen) wie echte Fleisch- und Wurstwaren.
Ich finde diese Forderung von Vegetariern absolut nachvollziehbar. Natürlich gibt es Leute, die Fleisch einfach geschmacklich nicht mögen. Aber ein großer Teil Vegetarier mag das Aroma und die Gerichte mit und aus Fleisch nunmal und möchte nur oder vor allem deshalb kein Fleisch essen, um die (Massen)Tierhaltung nicht zu unterstützen oder weil sie eben Mitleid mit den Tieren haben. Da ist es doch schön und nachvollziehbar, möglichst originalgetreue Ersatzprodukte zu fordern und zu kaufen.
Das kann ich absolut nachvollziehen und empfinde dies in keiner Weise als "unehrlich" oder "inkonsequent".
Wednesday, October 26. 2011
Daniel hat mir folgendes geschrieben: Hallo Björn,
gerade war ich im hiesigen Minipreis an der Kasse und die Verkäuferin begrüßte mich erst mal gar nicht, sondern tauschte mit ihrer Kollegin ganz offen Wechselgeld aus (wogegen erstmal nichts einzuwenden ist). Aber als ich sie dann mit einem neutralen "Hallo" begrüßt hatte, brummelte sie nur etwas in ihren nicht vorhandenen Bart. Ich habe dann mit einem ebenso neutralen "Dann eben nicht." geantwortet
Aber das sind dann Situationen, in denen ich froh bin, von dieser Kasse verschwunden zu sein. Leider ist das nicht der einzige Laden, an dem die Kassierer(innen) so brummelig sind. Liegt das vielleicht hier an der Mentalität in OWL oder habe ich einen falschen Blick auf die Kassenkräfte hier im Lande?
Wie hältst du das mit der Kundenfreundlichkeit? Ich schätze mal, du rätst deinen Mitarbeitern, zur Freundlichkeit. Aber wie gehst du damit um, wenn sich mal ein Kunde über Unfreundlichkeit einer deiner Mitarbeiter beschwerst? Schwierig, schwierig und deshalb immer und immer wieder Dauerbrenner-Thema. Freundlichkeit wird natürlich auch immer subjektiv empfunden und wenn eine Kassiererin, die in Gedanken noch zu Hause im Bett liegt, ein gemurmeltes "Morgen" schon für freundlich hält, fasst der Kunde das vermutlich vollkommen anders auf. Im Beispiel vom Daniel für alle Leser nachvollziehbar.
Ich denke, es ist vor allem wichtig, dass der Kunde das Gefühl hat, überhaupt als Person wahrgenommen zu werden. Ob es dann eine knappe (aber freundliche) Begrüßung ohne weitere Konversation oder ein "Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen guten Morgen" mit nachfolgendem Smalltalk wird, ist dabei fast unerheblich.
Passiert (leider) auch bei mir im Markt immer wieder mal. Menschen sind nunmal keine Roboter und je nach persönlicher Stimmung oder Stress kann eine Situation wie die oben geschilderte dabei herauskommen. Wenn es zu Kundenbeschwerden kommt, gebe ich das natürlich weiter und versuche die Situation zu klären oder zumindest für die Zukunft zu verbessern.
Wednesday, October 19. 2011
Albert hat im hohen Norden dieses Dreirad eines EDEKA-Händlers gesehen und wollte nun von mir wissen, ob ich nicht auch Lust hätte, sowas für meine Mitarbeiter anzuschaffen.
Die Idee ist lustig. Hier in der Gegend steht auch häufig so ein Gefährt herum und immer, wenn ich daran vorbeilaufe, denke ich mir, dass das mit Werbung für meinen Laden / meine Läden sicherlich ein interessanter Blickfang wäre. Aber wer soll damit herumfahren? Und wo sollte ich das Fahrzeug unterbringen? Auf dem Hof sieht's keiner, einschließen bei Nichtgebrauch kann ich es auch nicht und hier in der Gegend würde ich es ungern einfach so an der Straße stehenlassen.
Monday, October 17. 2011
Blogleser Georg hatte ein paar Fragen an mich: Erstmal ne kurze Einleitung: ich arbeite jetzt etwas über ein Jahr bei Netto als Aushilfe, zuerst nach dem Abitur, nun neben dem Studium.
Dort habe ich mich, trotz Aushilfsposten, nun zur 3ten stellvertretenden Marktleitung hochgearbeitet(das ganze mache ich nun schon knapp 2 Monate)
Obwohl ich das natürlich gerne mache (nicht mehr spiegeln, und mehr Geld Smiley Emoticon ), wunder ich mich natürlich trotzdem irgendwo, dass sowas möglich ist. Wäre sowas bei dir überhaupt machbar, oder wie wählst du deine Stellvertretungen aus/hast du sowas überhaupt, oder bist du wirklich 6 Tage die Woche durchgehend da? Früher, als wir noch moderatere Öffnungszeiten hatten, war ich tatsächlich im Grunde täglich von morgens bis abends hier. Das war dann von Montag bis Samstag jeweils von ca. 6:30 Uhr bis 21 Uhr. Spätestens mit dem Projekt "24h täglich" mussten Vertretungen her, mindestens drei Personen waren dazu notwendig. Das hat auch im Großen und Ganzen ganz gut funktioniert.
Unsere Öffnungszeiten sind jetzt wieder etwas gemäßigter (wenn man angesichts der 18 Stunden täglich überhaupt von "gemäßigt" reden darf…), aber trotzdem brauche ich noch mindestens zwei Leute, die mich hier vertreten können. Einen 18-Stunden-Tag durchzuziehen, ist natürlich machbar. Nach ein paar Stunden Schlaf noch eine weitere derartige Schicht auch – aber spätestens dann komme ich an die Grenze dessen, was ich mir und meinem Körper zumuten will.
Aber Georg möchte moch mehr wissen: Desweiteren habe ich grade deinen neuen Blogpost mit der Freeganerin gesehen, und ihre RIESIGE Ausbeute. Nun weiß ich von netto wiederrum, dass wir von den Niederlassungen Vorgaben über maximale Abschreibungen bekommen, die sind bei unserem Markt, der nicht unbedingt klein ist (typischer ehemaliger Plus), 10€ bei Obst täglich, und 15€ bei Mopro täglich(wobei da natürlich jegliche Reduzierungen auch reinfliessen). Wie kann es bitte sein, dass so viel weggeworfen wird? Habe in den 3 Netto-Märkten, in denen ich nun gearbeitet habe, nicht mal ein Zehntel dessen weggeworfen pro Tag, meist läuft es auf 1-3 nicht mehr schöne O&G-Artikel und 3-5 Mopro-Artikel, die Kundne irgendwo warm haben werden lassen. Bei Mopro läuft bei uns zB so gut wie nichts durch genug Reduzierungen ab. Machen das andere Ketten/Inhabergeführte Märkte auch so? Ein paar Zahlen vorweg: In der Gemüseabteilung nimmt man 5% und bei den Molkereiprodukten 2% Abschriften pro Tag als akzeptable Werte an. Das kann natürlich immer mal schwanken, gerade beim Gemüse hat man teilweise starke saisonale Schwankungen drin. Trauben, Beeren, Spargel sind z.B, insgesamt relativ hochpreisig, kommen aber ausgerechnet in der heißen Jahreszeit daher.
Zu den genannten Zahlen: Selbst wenn Georg in einer kleineren Netto-Filiale mit niedrigem O&G-Anteil arbeitet, halte ich 10 Euro Abschriften pro Tag für schwierig einzuhalten.
Was für ein Laden das nun genau war, aus dem sich die Freeganerin ein Jahr versorgt hat, kann ich leider nicht genau sagen. Je nach dem, wieviel dort insgesamt verkauft wird und wie hoch die Anforderungen an die Frische der Ware sind, muss die Menge Abfall in Relation zum ansonsten verkauften Obst und Gemüse gar nicht mal so arg viel gewesen sein. (Was es nicht besser macht, sowas wegzuwerfen.)
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