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Weinklau vor Ladenöffnung

Ein Mann wollte offenbar Leergut abgeben und betrat den Laden durch die am Morgen für einen unserer Lieferanten offenstehende Eingangstür. Der Markt war noch dunkel, bis auf das Nachtlicht, da es ein paar Minuten vor unserer eigentlichen Öffnungszeit war.

Nach ein paar Metern entdeckte der Mann die auf einem kleinen Regal stehenden Weinflaschen, änderte spontan seine Pläne und nahm sich eine der Flaschen und verließ den Laden mit der Weinflasche und dem mitgebrachten Leergut wieder.

Ein Kollege hatte den Dieb im Rausgehen noch von hinten gesehen, aber überhaupt keinen Diebstahl vermutet. Er dachte wohl wegen der klappernden Flaschen, dass der Mann Leergut abgeben wollte und dann bemerkte, dass der Laden noch dunkel ist. (So weit stimmte das ja auch …)

Sachschaden: 5,49 € Verkaufswert – "Geht ja noch …"


Gepa-Kaffee in Tasche in Tasche

Eine Frau hatte in ihrer Umhängetasche eingekauft. An der Kasse löste schließlich ein Fairtrade-Kaffee der Marke Gepa den Alarm der Warensicherungsanlage aus, woraufhin die Frau diesen Kaffee und zwei Milka-Osterhasen aus ihrer Tasche zog – alles zusammen im Gesamtwert von knapp 15 Euro. Sie berief sich darauf, die drei Teile nur beim Auspacken vergessen zu haben.

Das hätte man ja vielleicht noch irgendwie durchgehen lassen können, wenn die Videoaufzeichnung nicht eine ganz andere Sprache gesprochen hätte: Zwischendurch zog die Frau nämlich noch einen Stoffbeutel aus ihrer Umhängetasche und wickelte Kaffee und Osterhasen noch einmal darin ein und legte den Stoffbeutel dann in die andere Tasche zurück.

Selbst ohne diese Einwickelaktion hätte sie von mir eine Anzeige wegen des Diebstahls des löslichen Kaffees und der beiden Schokoladenhoppler bekommen, aber das hier ist ein sowas von knallhart geplant gewesener Ladendiebstahl, so viele Ausreden kann es gar nicht geben …


Zwei Tafeln Rocher-Schokolade in die Jacke

Aufgefallen war die Frau meiner Mitarbeiterin schon beim Betreten unseres Ladens, so dass sie direkt ins Büro lief und den Weg der Frau auf dem Monitor der Videoanlage verfolgte.

Diese Vorgehensweise stellte sich als absolut korrekt heraus, denn nur wenige Augenblicke später ließ die Frau unauffällig, aber nicht unauffällig genug, zwei Tafeln der "Rocher"-Schokolade von Ferrero in ihrer Jacke verschwinden.

Der Rest war dann an der Kasse schnell abgehandelt. Die Ware wurde der Frau wieder abgenommen, ein lebenslanges Hausverbot wurde erteilt, ihre Personalien wurden aufgenommen und die Anzeige wird folgen …


5 Packungen Jacob's Kaffee

Ein Mann betrat unseren Laden und steuerte ziemlich zielstrebig auf das Kaffeeregal zu. Dort nahm er sich zunächst zwei Packungen Jacob's Krönung, nahm diese mit um die Ecke zum Müsliregal und stopfte sich dort die beiden Packungen unter die Jacke. Anschließend ging er zurück, holte sich zwei weitere Kaffeepakete und ließ diese in einem anderem Gang, vor Brotaufstrich und Knäckebrot, in seiner Jacke verschwinden.
Danach nahm er auch noch das letzte Paket "Krönung" aus dem Regal, welches wieder vor den Müsliriegeln den Weg in die Jacke des Ladendiebs fand. Der Dieb nutzte die unruhige Situation an der Kasse, um mitsamt seiner Beute zu entkommen. Der Kaffee löste zwar noch den Alarm der Warensicherungsanlage aus, aber der Mann rannte los und konnte so erfolgreich flüchten.

Wir vermuten, dass er unter der Jacke einen zunächst leeren Rucksack trug, den man an der Seite öffnen konnte. Dass sein Rücken mit jedem weiteren Kaffeepaket buckeliger wurde, untermauert diese Theorie. Wenigstens sah er hinterher aus wie Quasimodo von Victor Hugo.


Der Wodka-Umfüller

Wenn man denkt, man hat schon alles gesehen, kommt irgendjemand, der dir wieder neue Perspektiven aufs Leben aufzeigt. Zum Beispiel dieser feine Herr, der zur Umgehung der Warensicherungsanlage den Wodka aus der Flasche direkt in eine in einem Turnbeutel mitgebrachte Trinkflasche umgefüllt hat.

Das hatte er im Laufe des Vormittags sogar zweimal gemacht. Ein Kollege hatten beim Packen der Spirituosen die beiden noch gesicherten, aber aber geleerten Flaschen entdeckt, den Rest offenbarte der Blick in die Videoaufzeichnung.




Das Blättchen-Pärchen

Während meine Mitarbeiterin an der Kasse mit einer anderen Tätigkeit abgelenkt war, trat ein relativ runtergerocktes Pärchen an das Regal mit den Zigarettenpapieren und packte sich in kürzester Zeit gleich vier Kartons davon ein. Am Anfang des Videos lässt er einen Karton mit den langen OCB-Blättchen unter seiner Jacke verschwinden, während sie, was man maximal nur erahnen kann, einen weiteren Karton in ihre Handtasche gleiten lässt.

Dann verschwindet der Mann kurz aus dem Bild, die Frau nimmt weitere zwei Kartons aus dem Regal und überreicht sie ihrem Begleiter, der auch diese in seiner Jacke verschwinden ließ. Der Vorgang blieb leider unbemerkt und die Frau bezahlte ihre beiden Brötchen und beide Täter verschwanden mitsamt ihrer Beute im kleinen dreistelligen (!) Wert.

Seit diesem Vorfall stehen die Blättchen bei uns konsequent unter Verschluss / im Kassentisch und sind nicht mehr für Kunden frei zugänglich.



Ja, es waren vier noch fast volle Kartons:


Wollte noch bezahlen!

Ein Ladendieb, den wir an der Ausgangstür aufgehalten haben, tat vollkommen überrascht. Wie wir ihn nur des Diebstahls verdächtigen könnten, denn schließlich wollte er die fraglichen Artikel noch bezahlen.

Nur wann und wo, das blieb unbeantwortet.

Die total liebe Klau-Stammkundin

Eine junge Frau war nach eigener Aussage erst relativ frisch nach Bremen gezogen. Aber sie würde hier total gerne einkaufen, da unser Laden so schön wäre und die Mitarbeiter immer so nett sind. Das bekräftigte sie damit, indem sie immer das Gespräch (Smalltalk und noch etwas darüber hinaus) mit meinen Mitarbeitern suchte und vor allem auch immer Süßigkeiten ("Nervennahrung") an die Kassiererinnen und Kassierer verteilte.
Dass sie uns beklaut, hatten wir gar nicht auf dem Schirm. Auch ich habe nie Verdacht geschöpft – und dann hatte ich mir wegen eines anderen Ladendiebs einen Bereich unserer Videoaufzeichnung im Schnelldurchlauf angesehen. Plötzlich tauchte die neu hinzugezogene Kundin blitzschnell im Bild auf, breitete in Windeseile einige Waren und ihre Tasche auf der Ware eines Aufstellers aus, räumte im Zeitraffertempo alles irgendwie hin und her und rein und raus und war so schnell wieder aus dem Bild verschwunden, wie sie gekommen war.

"WAS WAR DAS DENN?"

Ich sah mir diese Sequenz später noch einmal genauer an, wobei sich herausstellte, dass sie tatsächlich die eingesteckten Dinge hatte unbezahlt mitgehen lassen.
Da die Frau im Grunde täglich kam und die Aufzeichnung drei Tage zurückreicht, guckten wir uns auch noch ihre vorhergehenden Besuche bei uns an. Sie war nicht nur eine Stammkundin, sondern auch noch eine Stammdiebin.
Um den Erfolg richtig zelebrieren zu können, griffen wir sie bei ihrem nächsten "Einkauf" nicht einfach ab, Beweismaterial hätten wir genügend gehabt, sondern ließen sie in Ruhe alles einpacken, Einkauf wie Einklauf, und fingen sie schließlich am Ausgang ab, nachdem sie noch Bonbons ans Kassenpersonal verteilt hatte. So schnell kommt man zu einem Hausverbot und in diesem Fall sogar gleich mehreren Anzeigen wegen mehrerer Ladendiebstähle …


Verklauter akademischer Nachwuchs

Ein Bio-Kaffee und eine Packung Bio-Flohsamenschalen, zwei Artikel im Gesamtwert von 15 Euro, hatte der junge Mann in seiner Tasche. Wir hatten ihn ohnehin schon wegen seines verdächtigen Verhaltens im Visier und standen bereits am Ausgang bereit, zusätzlich löste der Kaffee an der Kasse aber noch den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Spätestens hier wäre sein Diebstahl aufgeflogen.

So weit, so unspektakulär, von uns gab es wie übliche eine Anzeige und Hausverbot.

Er versuchte es mit der Erklärung, dass er doch nur ein armer Student sei und ihm der Diebstahl wirklich Leid täte. Hätte vielleicht klappen können, wenn das Diebesgut mehr nach Grundversorgung zum Überleben als nach Luxusartikeln ausgesehen hätte. Daher blieb es bei der Anzeige.

Flasche Wein im Hosenbund

Hmm, lecker …

Diese Flasche Wein verschwand kurzerhand in die Unterhose des ziemlich heruntergerockten Mannes. Da fällt einem wirklich nichts mehr ein. Zwischen Schweiß, Fusseln und Feinripp soll der edle Tropfen wohl besonders reifen. Prost.