Wir hatten einen Ladendieb im Haus, die Polizei kam auch hinzu, alles Routine, alles friedlich. Nur die Sache mit dem Hausverbot wollte der Typ unbedingt schriftlich von uns haben. "Können Sie ihm da irgendwas aufschreiben?", fragte mich einer der Polizisten.
Konnte ich:
Hausverbot
Wir bestätigen, dass Herr xxx, geb. tt.mm.jjjj in unserem Geschäft Hausverbot auf Lebenszeit hat.
Er darf den Edeka-Markt in der Gastfeldstraße 29-33 in 28201 Bremen nicht wieder betreten.
Bremen, 12.09.2025
Aber ich gebe zu, dass das nun für mich das erste Mal in den vielen Jahren war, dass ich jemandem ein Hausverbot schriftlich geben sollte. Eigentlich reicht das als ausgesprochene, einseitige Willenserklärung. Einseitig ist sie immer noch, aber nun eben in Textform.
Zwei Männer betraten gemeinsam den Laden und standen auch schließlich hintereinander in der Kassenschlange. Ob die Aktion abgesprochen war oder ob der Vordermann gar nichts von dem Diebstahl wusste, vermag ich nicht zu sagen. Mutmaßlich aber schon, dazu unten mehr. Der Hintermann zupfte plötzlich seine Umhängetasche nach vorne und griff dreimal ins Regal mit der Tonies-Schokolade und deponierte diese in seiner Tasche.
Wie viele Tafeln genau verschwunden sind, wissen wir nicht. Fünf Stück kann man bequem mit einmal zugreifen nehmen, im schlimmsten Fall sind auf diese Weise 15 Tafeln zum Verkaufswert von jeweils 4,49 € verschwunden, es könnten auch weniger gewesen sein. Die Schokolade ist natürlich gesichert und hat auch den Alarm der Warensicherungsanlage ausgelöst, aber in dem Tumult an der Kasse, es war nämlich gerade relativ voll und derjenige, der nicht die Schokolade eingesteckt hatte, zog durch sein Handeln in dem Moment die volle Aufmerksamkeit auf sich, während der eigentliche Dieb schnell aus dem Laden verschwand.
Ein junger Mann hat eine Packung Milka-Kekse, in der sich wiederum mehrere kleinere Packungen befanden, geöffnet und die kleinen Mini-Päckchen in seinen Hosentaschen verschwinden lassen.
Das ist nun kein bedeutender Diebstahl aber ein doch weiteres Zeugnis dafür, was hier so tagtäglich bei uns passiert …
Ich hatte auf dem kleinen Vorschaubild unserer Videoanlage irgendwie eine komische Bewegung vom Süßwarenregal gesehen. In Kombination mit Hoodie und Schirmmütze und der großen Tasche erhöhte sich mein Puls schlagartig.
Schnell spulte ich die Aufzeichnung zurück und sah, was ihr hier auch sehen könnt: Insgesamt 11 Pakete Kitkat-Multipacks verschwanden in der Jacke des jungen Mannes. Da die Zeit zum Ansehen der Aufzeichnung eventuell wertvolle Sekunden beim Erfassen des Täters gekostet haben könnte, liefen wir schließlich relativ zügig nach vorne, was den Typen jedoch misstrauisch werden ließ, so dass er alles wieder in einer anderen Ecke des Ladens auspackte.
Hätte ich diesen kleinen und nur Sekundenbruchteile dauernden Schnipsel nicht zufällig auf dem Monitor gesehen, hätte er wohl die Ware im Wert von knapp 33 Euro erfolgreich entwenden können …
Erst eine, dann noch eine weitere Ladung große Milka-Tafeln ließ dieser junge Mann in seiner Umhängetasche mitgehen.
Hatte es zumindest versucht. Diese Artikel sind bei uns nicht ganz grundlos mit Warensicherungsetiketten versehen. Es folgte das übliche Prozedere – Anzeige, Hausverbot, Rauswurf …
Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Herr die Seifenstücke für den Eigenbedarf hatte mitgehen lassen. Das Produkt und auch die Anzahl an Seife und damit auch der Warenwert sind nun nicht gerade das typische Zeug, das im Zusammenhang mit Beschaffungskriminalität in den einschlägigen Läden verschachert wird.
Seife … hatten wir bei Ladendieben so auch noch nicht dabei.
Der eine oder andere hat vermutlich schon beim Lesen des Titels einen Knoten (aus Geschenkband) im Kopf: "Was zum Donnerdrummel ist ein Eiknäuel?!" Nun: Ein Eiknäuel ist ganz unspektakulär ein eiförmig aufgewickeltes Geschenkband, das üblicherweise zum Verpacken und Dekorieren genutzt wird. Es ist in verschiedenen Farben erhältlich und lässt sich leicht mit einer Schere kräuseln, um Schleifen zu verzieren. Das hat doch wohl jeder von euch schon mal gemacht, oder? Eben.
Dieser junge Mann wollte wohl auch mal wieder ein Geschenk verpacken, scheiterte aber den 1,49 € für das Dreierpack. Also riss er kurzerhand das Etikett ab, warum auch immer so viele Ladendiebe das tun, und steckte sich die Packung in die Jackentasche.
Pech für ihn, dass wir ihn dabei beobachtet hatten …