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Mit Pauken und Trompeten

Alternativ: Von Sirenengeheul und piepsenden Smartphones begleitet dürfte hier gleich ein Außendienstmitarbeiter auftauchen, mit dem wir für heute einen Termin vereinbart hatten.

Bei "am 10. September 2026 um 11 Uhr" hatte vor ein paar Wochen natürlich niemand von uns an den bundesweiten Warntag gedacht.

Vielleicht passiert ja auch einfach mal wieder fast gar nichts. :-P

Andere Länder, andere Läden – 013

In fast jedem Supermarkt in Norwegen findet man lose Süßwaren zur Selbstbedienung. Von einfachem Fruchtgummi über Bonbons bis zu Lakritzspezialitäten findet man dort für jedes Leckermäulchen irgendwelche kalorienreichen Artikel.



Manchmal wird es auch so angeboten, ohne Spuckschutz, einfach offen mitten im Laden. "Nehmt euch, was ihr wollt", schreit dieses Gestell förmlich. In einem Nachsatz kommt noch ein vorsichtiges "wenn ihr euch traut und es euch nicht zu ekelig ist" an die deutschen Touristen. Wenn ich mir das Foto so ansehe, hätte ich keine Lust gehabt, zuzugreifen, aber offenbar scheint sich diese Art der Warenpräsentation zumindest in diesem Laden bewährt zu haben.

Appetitlich geht anders:


Rechtschreibprüfung machte Kaffeepause

Auf einem Plakat erreichte uns dieses kleine Meisterwerk der Silbentrennung: "Latte Macch-iato". Ein auch für italienische Verhältnisse durchaus kreativer Zeilenumbruch – aber vermutlich hatte der Grafiker einfach nur selber schon drei Latte Espresso XXL intus und hat wie ein Irrer unkontrolliert auf die Tasten seines Computers gehämmert. :-P


Der gute Kaufmann und die Social-Media-Agentur

Neulich bekam ich einen Anruf von einer Agentur, die sich auf Social-Media-Marketing für Supermärkte spezialisiert hat. Ich könne mehr Reichweite aufbauen, neue Kunden erreichen, unseren gesamten Internetauftritt professionalisieren und überhaupt allerlei Dinge tun, die sich in Power-Point-Präsentationen vermutlich sehr schön mit Diagrammen darstellen lassen, in denen die Pfeile und Balken überwiegend nach rechts und nach oben zeigen.

Weil ich nicht freudestrahlend sofort dem angebotenen Beratungstermin zustimmen wollte, und die ganze Sache eher zögerlich und kritisch anging, fiel irgendwann der Satz: "Sie sind doch ein guter Kaufmann, oder?"

Nun ja. Relativ. :-)

Das ist natürlich ein ausgesprochen geschickter Satz. Denn welche Antwort erwartet man darauf? "Nein, eigentlich wirtschafte ich hier seit über 25 Jahren schon vollkommen planlosherum und hoffe immer wieder neu, dass am Monatsende zufällig etwas Geld übrig bleibt"?

Natürlich bin ich ein guter Kaufmann. Und gerade deshalb würde ich irgendwann gerne über Zahlen sprechen.

Was die konkret für ihre Dienstleistung verlangen, weiß ich bislang nicht. Ließ sich auch nicht annähernd online herausfinden. Eine Firma aus Bremen, die eine ähnliche Dienstleistung anbietet, tut dies ab 990 Euro netto im Monat. Das ist für eine professionelle Social-Media-Betreuung sogar eher am unteren Ende dessen, was andere Agenturen öffentlich aufrufen.

Bei einer angenommenen Handelsspanne von 20 Prozent muss die Maßnahme also zunächst einmal 5000 Euro zusätzlichen Umsatz pro Monat erzeugen, damit allein die 1000 Euro Agenturkosten wieder hereinkommen.

Zusätzlichen Umsatz!

Nicht Umsatz von Leuten, die sowieso gekommen wären. Nicht Umsatz von Stammkunden, die zufällig auch ein lustiges Reel gesehen und auf "like" geklickt haben. Und auch keine theoretischen 5000 Euro in Form von "Reichweite", "Interaktionen" oder "Impressionen".

Ganz altmodische 5000 Euro auf dem Konto.

Aufs Jahr gerechnet wären das als mal eben 60000 Euro Mehrumsatz, nur damit die Marketingrechnung bei dieser (sehr vereinfachten) Betrachtung überhaupt wieder verdient ist. Bei rund 26 Öffnungstagen im Monat müssten also jeden einzelnen Verkaufstag knapp 200 Euro zusätzlicher Umsatz entstehe – ausschließlich durch die Social-Media-Kanäle herbeigeführt.

Erst ab da beginnt der Spaß, mit lustigen Videos bei Instagram oder TikTok überhaupt Geld zu verdienen. Und genau deshalb finde ich dieses "Sie sind doch ein guter Kaufmann?" so amüsant. Keiner würde die Frage mit "nein" beantworten.

Aber ausgerechnet ein guter Kaufmann sollte auf diesen Satz eigentlich antworten: "Ja. Deshalb zeigen Sie mir jetzt bitte, wie Ihre 1000 Euro jeden Monat mindestens 5000 Euro zusätzlichen Umsatz erzeugen – und zwar nachweislich und nicht nur theoretisch."

Follower sind nämlich eine wunderbare Sache. Views auch. Eine halbe Million Impressionen (die von der Firma sogar pro Jahr garantiert werden) sehen in einer Statistik bestimmt auch ganz super aus. Natürlich gibt es einige Supermärkte, die wirklich viele Follower haben und die echt fleißig sind und massig Content bei Insta raushauen. Aber …

Nur meine Lieferanten haben sich bislang hartnäckig geweigert, sich in Impressionen bezahlen zu lassen. Vielleicht sollte ich daran arbeiten. Und ehrlich: Ich glaube, die Arbeit hier auf der Fläche vor Ort ist viel, viel, viel mehr Wert, als jeder zum tausendsten Mal neu nachgespielte Gag. Meine Meinung, so als guter Kaufmann.

Übrigens: Besonders hübsch wird die Geschichte dadurch, dass die Agentur selbst bei Instagram nicht einmal 600 Follower hat. Vielleicht ist das ja Absicht. Ein guter Kaufmann verschwendet schließlich keine Reichweite am eigenen Unternehmen. :-)

Trennen für die Umwelt – aber …?!

Blogleserin Anne hatte eine Flasche Kefir der Edeka-Eigenmarke gekauft und war auf ein kurioses Zusammentreffen an Informationen auf dem Etikett besagter Flasche gestolpert: Zum einen befindet sich dort nämlich ein DPG-Pfandlogo, da ja auch Molkereiprodukte seit Anfang 2024 pfandpflichtig sind, zum anderen ist der Recyclinghinweis der Edeka zu sehen: Trennen für die Umwelt – Die Flasche gehört in die gelbe Tonne / den gelben Sack. Ja, was denn nun?!

Ich vermute, dass Anne recht hat mit ihrer Annahme, dass der Recyclinghinweis aus dem ursprünglichen Design der Kefir-Flasche entstammt und das DPG-Logo nur nachträglich eingefügt wurde, ohne über den Rest nachzudenken.

Praktischerweise ist die Folie sogar noch perforiert und lässt sich leicht abtrennen und dem Recycling zuführen. Unpraktischerweise befinden sich auf eben dieser Folie auch der Barcode und das DPG-Pfandlogo, anhand derer die Leergutrücknahmeautomaten die Kefir-Flasche als 25 Cent wertvolles Rückgabeobjekt erkennen.

Wer den Entsorgungshinweis also besonders gewissenhaft befolgt und die Folie gleich entfernt und alles in den gelben Sack (oder die gelbe Tonne) stopft, verwandelt seine Pfandflasche mit einem beherzten Ratsch in "wertloses" Plastik und kann die 25 Cent abschreiben.

Also bitte: Nicht auseinanderbauen, sondern so in den Leergutautomaten im Supermarkt eures Vertrauens stecken. Von dort wird das Material dann auch wieder dem Recycling zugeführt, ohne dass ihr das Pfandgeld verschenkt habt.

Vielen Dank an Anne für den Hinweis. :-)


Scannerkunst 06

Teil sechs: Die "Fusion"-Erdnusspackungen von Ültje passen aufgrund ihrer Gestaltung ganz hervorragend zu dem schwarzen Hintergrund. Das sieht so aus, als müsse das so sein:


Andere Länder, andere Läden – 012

Während hierzulande die losen Backwaren hinter Scheiben und in Kästen angeboten werden und ausdrücklich nur mit einer Zange berührt werden dürfen, ist das in anderen Ländern offenbar weniger streng reglementiert. In anderen Ländern haben die Menschen dort aber auch mehr Anstand und benehmen sich und grabbeln nicht alles an, was dort zum Verkauf angeboten wird.

Aber guckt euch das an! Offene Backwaren ohne Klappe oder Spuckschutz. Ich höre den Kontrolleur vom Veterinäramt schon beim Gedanken an diese Bilder vor völligem Entsetzen ganz tief und langsam durch die zusammengepressten Zähne einatmen. ;-)