Ein junger Mann hat zwei Becher Joghurt gekauft und da ihm die Löffel dazu fehlten, hat er sich einfach eine Packung Kunststoff-Mehrweglöffel genommen, diese aufgerissen und zwei der zehn Löffel mitgehen lassen.
Entdeckt hatten wir das alles, da Ines und ich bei unserer morgendlichen Runde durch den Markt die aufgerissene Packung zufällig im Toilettenpapierregal gefunden hatten …
Ein Mann, aus dem Ostblock stammend und in einer Obdachloseneinrichtung gemeldet, gab Leergut ab und holte sich hinter noch einen Becher mit kaltem Kaffee aus dem Kühlregal. Währenddessen hatten wir ihn längst auf dem Monitor der Videoanlage auf dem Blick, denn bei seinem Anblick schrillten alle unsere inneren Alarmglocken.
Als er vom Kühlregal augenscheinlich direkt zur Kasse gehen wollte, atmeten wir schon auf, aber vor dem Regal mit den Schreibwaren blieb er stehen. Nach mehreren Sekunden entschied er sich für einen Füllfederhalter im Wert von 6,99 €, den er kurzerhand in seine Tasche steckte und natürlich auch nicht bezahlen wollte.
Wir empfingen ihn zu dritt am Ausgang und forderten ihn auf, uns nach hinten zu begleiten. Er war zwar friedlich und kooperativ – zumindest soweit er konnte. Von seinem Ausweis, so es denn seiner war, hatte er nur eine zu großen Teilen nicht zu entziffernde Fotokopie dabei. Aber darum durfte sich etwas später die herbeigerufene Polizei kümmern …
Auch mit dem Wissen, dass es oft nichts bringt, schon gar nicht bei jemandem, der ohnehin schon ganz unten ist und nichts mehr zu verlieren hat, "muss" ich diese Anzeigen einfach schreiben. Sich beklauen zu lassen und gar nichts zu unternehmen und die Leute nur rauszuwerfen, würde sich wie eine Kapitulation anfühlen.
Ein Doppelpack Tiramisu unserer Eigenmarke aus dem Kühlregal hatte sich dieser abgewrackte Typ nicht nur eingesteckt, sondern tief in seiner Unterhose verschwinden lassen.
Wir hatten zwar den Diebstahl bemerkt und ihn für die Tat angezeigt, was übrigens auch nicht seine erste Anzeige von uns war, aber die Ware war dennoch verloren. Der Ekelfaktor beim Gedanken an den Inhalt seiner Unterhose war so groß, dass wir die Dessertpackungen hinterher entsorgt haben. Brr …
Als ich am Morgen zur Firma kam, prangte dieses Stillleben an der Magnetpinnwand (die im wahren Leben die Seitenwand unserer Schließfachschränke ist) und verursachte zur Begrüßung ein dickes Fragezeichen in meinem Kopf.
Ich dachte mir meinen Teil: Thunfisch geklaut.
Für weitere Antworten musste ich auf den Kollegen warten, der am Abend zuvor hier Dienst hatte.
Der Thunfisch war wohl tatsächlich gestohlen worden, ein anderer Kollege hatte die leeren Packungen hinten in einem Regal gefunden. Täter unbekannt.
Bei dem Seitenschneider dachte ich auch zunächst, dass ein erwischter Ladendieb diesen zurückgelassen hätte, aber dazu bekam ich ebenfalls keine konkrete Antwort. Das Werkzeug lag auf einem leeren Rollcontainer mitten im Laden. Ob den nun ein Bösewicht oder irgendjemand anders dort vergessen hat, blieb ebenfalls unklar.
Eine Kollegin schrieb mich per WhatsApp an und teilte mir mit, einen bestimmten Kunden im Auge zu behalten.
Ich behielt und plötzlich hockte er sich vor das Regal mit der Lindt-Schokolade – und packte sich dort, wie wir ein paar Minuten erfuhren, 15 Tafeln Schokolade in den Rucksack.
So kaputt wie der Typ wirkte, so aufmerksam war er. Misstrauisch geworden, weil wir "ganz zufällig" und Unauffälligkeit heuchelnd am Ausgang herumstanden, ging er schnell in den Laden zurück und packte dort den Inhalt seines Rucksacks schnell wieder aus.
Hundertprozent rechtssicher war es so nicht mehr (vollendeter Diebstahl vs. beendeter Diebstahl), zumal wir das Einpacken der Schokolade in den Rucksack auf der Videokamera auch nicht eindeutig hätten zeigen können. Also warf ich den Typen einfach nur in hohem Bogen raus. Das gefiel ihm jedoch gar nicht, so dass er seine angebliche Unschuld noch maximal auffällig und aggressiv vor allen anderen Kunden zur Schau stellen musste. Wie ungerecht wir ihn, den unschuldigen Kunden, doch behandeln würden. Zum Beweis warf er noch mit Schwung einen Taschenspiegel nach mir, der sich auf dem Fußboden in unzählige Fragmente zerlegte.
Man hat hier immer mit so herzlichen Menschen zu tun …
Ein uns allen bekannter Mann, der hier schon in den letzten Jahren mindestens sieben Anzeigen wegen der unterschiedlichsten Ladendiebstähle bekommen hat,
hier zum Beispiel, als er einen Müllsack mit Cola-Dosen gefüllt hatte, war gestern Abend wieder hier bei uns und hat sich den Rucksack mit Feta-Käse im Gesamtwert von rund 120 Euro gefüllt.
An der Kasse ist er zügig hinter den wartenden Kunden vorbeigegangen und hat dabei schließlich auch den Alarm der Warensicherungsanlage ausgelöst. Da gab er richtig Gas. Obwohl mein Mitarbeiter geistesgegenwärtig aufgesprungen war, konnte er den Flüchtenden trotz seiner schweren Last (wie kann man mit fast 10 Kilogramm Käse auf dem Rücken noch so schnell rennen???) nicht mehr einholen.
Die Ware ist weg und der Typ bekommt eine weitere Anzeige von mir, für die er absolut gar nichts, rein überhaupt nichts, nicht das Allergeringste, nicht einmal ansatzweise und auch mit sehr viel Fantasie keinerlei Konsequenzen welcher Art auch immer (weder jetzt noch später, weder praktisch noch theoretisch und mit größter Wahrscheinlichkeit noch nicht einmal versehentlich) zu befürchten hat.
Dieser Ladendieb konnte leider entkommen, bevor die Kollegin seine Personalien erfassen konnte, aber zum Glück erst, nachdem er seine Beute wieder ausgepackt hatte.
Einen Warenwert von über 60 Euro hatte er sich in der Zeit vor dem Regal mit Brotaufstrich in seine Jacke gestopft. Neben zwei Gläsern Nutella hatten vor allem mehrere Flaschen Honig der Marke Allos temporär den Besitzer gewechselt – zum Verkaufspreis von rund acht Euro pro Flasche.
Diese Stadt ist toll.
Eigentlich funktionieren unsere Flaschensicherungen sehr, sehr gut. Wenn natürlich jemand den "Zippeln" mit einem Seitenschneider zu Leibe rückt, gewinnt der Dieb und wenn jemand mit einer oder mehreren Flaschen trotz Sicherung aus dem Laden rennt und dabei zwar den Alarm auslöst, aber auch gleich eine Fluchtmöglichkeit hat, zum Beispiel in Form eines bereitgestellten Fahrrads, dann können wir auch nichts machen. Aber ansonsten machen die Dinger einen super Job.
Leider Erfolg hatte dieser Dieb, der zunächst bei zwei Flaschen Jägermeister und anschließend bei einer Flasche Chantre erfolglos versucht hat, die Sicherung zu entfernen. Beim Kokoslikör Malibu hatte er dann leider Erfolg und hat die Flasche eingesteckt und konnte damit unerkannt flüchten. Auf die Schliche war ich dem Typen nur gekommen, weil ich am nächsten Tag die nun herrenlose flaschenlose Sicherung im Regal entdeckt hatte. Was für Alternativen aber – Jägermeister, Weinbrand, Kokoslikör. Ob es ihm nur um irgendwelchen Alkohol für den "Sofortverzehr" ging? Mutmaßlich ja.
Das Anbringen der Sicherungen dürfen nur eingewiesene Mitarbeiter, die sich mit der Technik auskennen und auch darauf achten, dass die Etiketten fest sitzen. Bei der Vielzahl der Flaschen, die wir hier durchschleusen, will ich nicht ausschließen, dass selbst den besten Leuten in der Eile mal ein Etikett nur zu 90% fest ist. Das ist natürlich eher die Ausnahme als die Regel, aber dieser Typ mit der grünen Weste hatte in dem Fall aus seiner Sicht mal richtig Glück.
Ein Mann hatte einen mittelgroßen Einkauf, der letztendlich eine Papier-Einkaufstüte füllte, zusammengesucht und auf das Kassenband gelegt. Ganz am Anfang hatte er zwei Schachteln Zigaretten liegen, die er, wie im Video zu erkennen erahnen ist, in die Jackentasche gesteckt hatte.
Nachdem alles gescannt wurde, oh Wunder, funktionierte die Kartenzahlung nicht. Nach vielem Ausprobieren bat der Mann darum, den Einkauf kurz zurücklassen zu dürfen, um Geld zu holen. Nach den Erfahrungen aus der Vergangenheit hatte mein aufmerksamer Mitarbeiter natürlich darauf geachtet, dass auch die Zigaretten hier bleiben. In dem Moment, als er den Mann auf die Zigaretten ansprach, rannte dieser mit den Zigaretten los, die in diesem Moment zum Diebesgut wurden, und aus dem Laden und war weg.
Inzwischen haben wir einen neuen Modus Operandi, der schon bei einigen Kunden für Missmut gesorgt hat, was uns aber vollkommen egal ist: Wenn jemand Zigaretten haben möchte, bleiben diese bis zur abgeschlossenen Bezahlung in der Obhut der Kassenkräfte und werden erst anschließend ausgehändigt.
Aus einer 6er-Packung Ferrero "Kinder Bueno" hat ein Ladendieb vier der Riegel geklaut. Die aufgerissene Packung mit den verbliebenen zwei Bueons lag im Konservenregal, wo eine Kollegin sie gefunden hat.
Als Dieb braucht man aber doch keinen Anstandsrest zurückzulassen, da hätte er (oder sie) die restlichen beiden Riegel doch konsequenterweise auch noch einstecken können …