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Diebstahlsverhinderung durch direkte Ansprache?

Zum Füllerdieb hatte "AM" kommentiert:

Ich habe mal gelesen, dass in manchen Läden Kunden gegrüßt werden, nicht um freundlich zu sein, sondern um Ladendiebstahl vorzubeugen (da steht nicht extra jemand, sondern die Angestellten grüßen, wenn sie gerade dort zu tun haben).

Das direkte Anschauen und das freundliche "Guten Tag!" soll den Kunden signalisieren, dass man sie bemerkt hat und sozusagen im Auge hat. Das soll dazu führen, dass Diebe sich beobachtet fühlen und sich nicht trauen sich zu stehlen.
Wir versuchen eigentlich auch immer, alle Kunden wahrzunehmen und zumindest bei direkten Begegnungen im Laden wenigstens mit einem knappen "Moin" zu grüßen. Das haben wir schon immer gemacht, denn die Kunden sollen sich bei uns nicht nur wie anonymes Treibgut fühlen, das durch den Laden plätschert, sondern schon als persönlich willkommen.

Ob das direkte Ansprechen tatsächlich Diebstähle verhindert oder doch nur eine gefühlte Maßnahme ist, weiß ich nicht. Ob sich Leute bei uns in der Vergangenheit vom Diebstahl dadurch abhalten ließen, weiß ich ebenfalls nicht, aber bestätigen kann ich mit Sicherheit, dass schon so mancher "VP" auch nach dem "Moin" (und anschließender Betrachtung durch die Videoanlage) zum "LD" wurde.

Fast im Gegenteil sogar: Angesprochen und wahrgenommen werden angehende Ladendiebe erst so richtig gesprächig. Mit ausuferndem Smalltalk glauben sie wohl, besonders unauffällig zu wirken – aber das Gegenteil ist der Fall. Denn auch wenn wir viele Kunden persönlich begrüßen, darüber hinausgehende Gespräche (auch oberflächliche) führt man ausschließlich mit Kunden, die man schon länger kennt.
Wenn einem irgendein Typ, den man nicht kennt, plötzlich einen Blumenkohl ans Ohr quatscht, ist das nicht unauffällig, sondern für uns ein absolutes Warnsignal.

Also: Die persönliche Begrüßung und Wahrnehmung verhindert nicht mit Sicherheit jeden Diebstahl. Aber selbst wenn nur einer von zehn dadurch von seiner Tat absieht, ist es ein Erfolg. Und keine potentiellen Diebe, sondern normale, ehrliche Kunden zu grüßen, kann eigentlich auch nur positiv ausgehen.

Man kann damit also nur gewinnen. :-)

Ein leeres Erdbeerglas

Die großen Einmachgläser mit getrockneten Erdbeeren von Frudist (hier im Bild zu sehen), haben nicht nur das Potential für Scherben, was bislang zum Glück nur einmal passiert ist, sondern locken offenbar auch Diebe an.

Deshalb sind die Gläser mit nicht entfernbaren Warensicherungen versehen. Das ist auch im oben verlinkten Beitrag mit dem zerbrochenen Glas zu erkennen.

Bekanntlich sammeln wir das Altglas, das hier im Rahmen unserer Leergutannahme anfällt, seit ein paar Jahren getrennt und führen es dem Glasrecycling zu. Spätestens alle zwei Wochen ist der Behälter voll und wir nehmen ihn mit nach Hause und stellen ihn für die wöchentliche Abfuhr bei uns an die Straße.

Nun lag im Altglas hier im Lager ein solches Erdbeer-Glas. Ines und ich freuten uns, dass jemand dieses wertige Glas offenbar für bepfandet oder vielleicht auch einfach nur zurückbringenswert gehalten hat. Wir haben es dann mit dem restlichen Altglas mitgenommen und bei uns für den privaten Gebrauch durch die Spülmaschine gejagt.

Am nächsten Tag erfuhr ich von einer Kollegin die Wahrheit:

Das Glas hatte kein guter Kunde wieder mitgebracht. Das Glas hat ein schlechter Kunde im Laden geöffnet, den Inhalt in eine mitgebrachte Tasche umgefüllt (mutmaßlich, gegessen wird die Menge niemand so schnell haben) und das Glas dann dort einfach im Laden stehen gelassen. Kurz: Der Inhalt wurde geklaut.

Die Videoaufzeichnung half leider auch nicht weiter.

Ein weiterer Eintrag, den ich unter "kaum zu fassen" verbuche …

Frico-Käsedieb

Ein Mann mit Rucksack löste an der Kasse, nachdem er seine Leergutbons eingelöst hatte, den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Mein Kassierer begutachte grob den Rucksack, aber da ihm von dem Mann nur ein augenscheinlich leeres Fach gezeigt wurde, blieb das Diebesgut unentdeckt. Da der Alarm weiterhin ertönte, rief eine Kollegin, die auch gerade in der Nähe der Kasse war, telefonisch um Hilfe. Diese Gelegenheit nutze der Mann, um loszusprinten.

Weg war er und mit ihm etliche (vermutlich 13, so weit auf dem Video erkennbar) Stücke Friko-Käse im Verkaufswert in Höhe von 64,87 €. Unseres Wissens nach bringen sie Ihm dann alle zusammen 6,50 € in irgendeinem der Diebesgut-ankaufenden Kioske hier in der Stadt. Dass diese Infrastruktur vorhanden ist und so gut funktioniert ist ein Armutszeugnis für Bremen. Jeder einzelne dieser Läden gehört dauerhaft geschlossen.