Skip to content

Seltsamer Eiskauf

Ich hab noch eine Blog-Notiz aus der Corona-Zeit gefunden. Es war zu der Zeit, als wir eine Einlassbeschränkung hatten und jeder Kunde einen Einkaufswagen nehmen musste, damit die maximale Kundenanzahl im Markt kontrollierbar wurde.

Eine Kundin hatte sich eine Packung Eis aus einer der Tiefkühltruhen genommen und während sie mit der Packung im Arm quer durch den Laden ging, hatte eine Kollegin sie entdeckt und freundlich darauf hingewiesen, dass sie doch bitte einen Einkaufswagen nehmen soll.

Daraufhin drehte die Kundin um, marschierte durch den halben Laden zur Tiefkühltruhe zurück und legte die Eispackung wieder ordentlich in die Truhe. Dann ging die Frau in Richtung Eingang. Ich dachte schon, dass sie beleidigt ist und nun ohne Einkauf wieder gehen will. Aber da lag ich falsch:

Sie nahm sich einen der Einkaufswagen, schob diesen zur Tiefkühltruhe, nahm das erst eine Minute zuvor reingelegte Eis wieder aus der Truhe, legte es in den Wagen und setzte anschließend ihren Einkauf fort.

Warum sie das Eis für den Weg zum Eingang erst wieder in die Kühltruhe gelegt hatte, haben wir nie erfahren und werden es wohl auch nicht mehr.

Sonderbar aber. :-)

Überlegen Sie sich das!

Ein Kunde suchte eine bestimmte Sorte Staubsaugerbeutel, die wir über unser Zentrallager nicht bekommen können und die auch nicht über unseren Lieferanten für Haushaltswaren lieferbar sind.

Nachdem wir ihm das sagten, gab er meinem Mitarbeiter noch den Tipp, dass wir uns das mit der Einlistung unbedingt doch noch einmal überlegen sollten. Immerhin hätten wir ihn dann auf jeden Fall als regelmäßigen Kunden.

Hören die Leute eigentlich auch mal zu???

Überfordert mit Zählbrett

Wisst ihr, was ein Zählbrett ist? Nein? Ich zitiere mal aus der Wikipedia: Ein Münzbrett […] ist ein offener Kasten (»Brett«), in welchem Geldmünzen verschiedener Nennwerte und Größen sortiert werden können, wodurch Zählen und Berechnen des Gesamtwertes der Münzen vereinfacht werden.

Dass mein intuitives Verstehen technischer und logischer Zusammenhänge meist recht schnell greift, ist Fluch und Segen zugleich. Es erleichtert mein Leben ungemein, sorgt aber auch unbeabsichtigt wie unbewusst immer wieder dafür, dass ich anderen, die nicht über diese Gabe verfügen, zu verständnislos begegne.

Wie weit ein Zählbrett durch seine reine Konstruktion und Beschriftung selbsterklärend ist, weiß ich nicht. Ich kann damit umgehen und bislang war mir noch niemand begegnet, der es ebenfalls nicht geschafft hat. Spätestens der Hinweis, dass dort Kleingeld einsortiert werden kann, sorgt für die geistige Starthilfe um hinter die Funktion eines Zählbrettes zu kommen.

Tzja …

Und dann war da diese eine Kundin in etwa meinem Alter, die angefragt hatte, ob sie bei uns Kleingeld wechseln dürfe. Sie hielt ein Plastiktütchen in der Hand, dessen Inhalt eine etwa zehn bis 15 cm durchmessende Kugel bildete. "Das müssten Sie aber bitte selber in ein Zählbrett einsortieren, sonst können wir das nicht annehmen", erklärte mein Mitarbeiter ihr. Sie nickte und bekam ein leeres Zählbrett mit auf den Weg. Eine unserer Tiefkühltruhen durfte sie als Arbeitsfläche nutzen und nach einer Weile, es war wohl fast eine halbe Stunde, kam sie wieder zum Lager und wollte ihren Schatz eintauschen.

Man kann nicht viel falsch machen, wenn man Münzen in ein Zählbrett einsortiert. Zu kleine Münzen in die großen Fächer sortieren und Lücken in den Einsätzen durch vergessene Münzen lassen dürften die einzigen nennenswerten Fehlerquellen sein. Die Kundin kombinierte beides großzügig, so dass ich zeitweise schon überlegte, ob sie die Funktion des Zählbrettes gar nicht verstanden und stattdessen ihr Sammelsurium einfach nur bestmöglich in die Einsätze hineingelegt hat. Kaum zu glaube, aber wahr …